Sonntag, 21. Dezember 2008

Pasta, Pasta!





Pasta, Pasta! Fettucine mit Trüffel! Leider nur bezahlbare chinesische Trüffel, aufgemotzt mit etwas Trüffelöl. Im Ergebnis kann man dann ahnen, was weniger bezahlbare Trüffelarten aus den einfachsten Gerichten machen können.

Pastateig "Fettucine" für 4 Portionen:
- 230 g Weizenmehl 405
- 1 TL Salz
- 3 Eier
- 2 Eigelb
- 1 EL Wasser
- 1 EL Olivenöl
- Mehl zum Arbeiten
Aus den Zutaten Teig kneten, Teigkugel in Frischhaltefolie gewickelt für 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Teig geschmeidig kneten, erforderlichenfalls noch etwas Mehl dazugeben.

Den ultimativen Nudelteig wird es nicht geben. Ich variiere alle Bestandteile und Mengen fröhlich und mit der späteren Nudelform im Blick. Dieser Teig hier funktioniert bei uns(erer Nudelmaschine) besonders gut mit Bandnudeln. Wenn der Nudelteig getrocknet werden soll, empfiehlt sich eine Teigvariante, bei der kein Eiweiß, sondern ausschließlich Eigelb verwendet wird. Sonst riechen die getrockneten Nudeln, nun ja, sagen wir, etwas seltsam.

Freitag, 19. Dezember 2008

Simples Weißbrot!





Ich liebe knuspriges Weißbrot und es würde mir bei vielen einfachen Gerichten, in denen ein Sugo die Hauptrolle spielt, vollkommen als Beilage reichen. Leider meinen viele, Brotbacken sei, wenn man nicht auf eine Brotbackmaschine und eine Fertigmischung zurückgreifen kann, grundsätzlich schwierig. Ist es aber nicht. Dies hier ist ein wirklich einfaches Weißbrotrezept, das kaum Arbeit macht und absolut jeder nachbacken kann. Die Zubereitung des Teiges sollte alles in allem nicht länger als fünf Minuten dauern und das Brot, dass man dann erhält, reicht bei einem Zweipersonenhaushalt locker zwei Tage. Und der Teig lässt sich endlos variieren. Überzeugt?

Basisrezept:

- 500 g Weizenmehl 405 (All Purpose)
- 300 g Joghurt natur (2 Becher)
- 40 g Frische Backhefe (1 Würfel)
- 60 ml handwarme Milch (1/2 Tasse)
- 1 gestr. TL Salz
- 1 gestr. TL Zucker

Hefe zusammen mit dem Zucker zerbröckeln, zur Seite stellen und warten, bis sie flüssig wird; dann noch einmal kurz durchrühren.

Mehl sieben, mit Salz verrühren, dann mit Joghurt verrühren.

Hefe und Milch zum Teig geben, verkneten/verrühren.

Teig mit Geschirrtuch zudecken und an warmen Ort - z.B. Fensterbank, wenn die Heizung darunter an ist, Herdnähe, Ofen bei 50°C - so lange gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat (ca. 1 Stunde).

Teig auf Arbeitsfläche mit etwas Mehl noch einmal durchkneten. Dabei können (siehe Variationen) Kräuter, Oliven usw. eingearbeitet werden. Wenn das Weißbrot süß werden soll, kann z.B. noch etwas Zucker oder Honig hinzugefügt werden.

Einen oder zwei Laib(e) formen, mit etwas Mehl bestreuen und in den auf 180°C vorgeheizten (bei Umluft entfällt das Vorheizen) Backofen geben. Backzeit ca. 30 Minuten.


In den Brotteig lässt sich eigentlich alles einarbeiten. Oliven, getrocknete Tomaten, die z.B. vorher in etwas Wasser und Balsamicoessig gekocht wurden, verschiedene Kräuter, Nüsse oder Speck. Bei dem oben abgebildeten Brot wurden je 1 EL Thymian und Rosmarin - frisch, bitte! - und 1 TL geriebene Mandarinenschale in den Teig eingearbeitet.

Der Beethoven der Küche




In der aktuellen Ausgabe von Das Magazin ist ein interessanter Artikel über den menschlichen Geschmackssinn, die Grundgeschmäcker und über "Supertaster", "Taster" und "Nontaster", eine Unterteilung von Verbrauchern, auf die die Lebensmittelindustrie aus Kostengründen wohl nicht mit entsprechenden Poduktdiversifikationen reagieren wird.
Hängengeblieben bin ich allerdings an der dort angerissenen Geschichte von Grant Achatz, dem Chef des Chikagoer Restaurants Alinea, das als eines der besten in den US gilt und dessen im Selbstverlag herausgegebenes Alinea-Kochbuch derzeit durch die amerikanische Foodblog-Szene als neue Küchenbibel geistert. Bilder von einem gastfotografierten Alinea-Menu gibt es hier. Mein Ding ist das nicht, zuviel Chi Chi bei der Präsentation, aber nette Kombinationen von Geschmäckern und Texturen.
Achantz erkrankte im letzten Jahr an Zungenkrebs und verlor durch die im Übrigen bis jetzt erfolgreiche Kombinationstherapie für mehr als ein Jahr seinen Geschmackssinn völlig. Trotzdem kochte er auf sehr hohem Niveau weiter, abschmecken musste der Sous-Chef, kreiert wurde im Kopf. Ein Beethoven der Küche also. Das zeigt zumindest, das Kochen in erster Linie Erfahrung und Fantasie erfordert. Und bei Achatz' Küche wohl auch grundlegende Chemie- und Physik-Kenntnisse.
Mehr dazu erzählt Achatz selbst in einem mit ihm und Heston Blumenthal, dem Chef des britischen Drei-Sterne-Restaurants The Fat Duck, geführten Interview, das in der Online-Ausgabe von The Gourmet hier nachgelesen werden kann.

Hydrocolloid Recipe Collection


Melonenkaviar aus dem El Bulli


Hydrocolloid Recipe Collection edited by Martin Lersch (das klingt zwar jetzt doof, ich weiss, aber Mr Lersch möchte gerne, dass der Titelsatz so lautet). Das ist was für Fans der Molekularküche und der Effektkocherei, mit der ich eher wenig - Mitesserin als fast promovierte Chemikerin wahrscheinlich mehr - anfangen kann. Der Betreiber des Foodblogs Khymos, Martin Lersch, hat eine Sammlung von Rezepten zum Thema "Hydrokolloide in der Küche" als eBook im PDF-Format hier online gestellt.

Hydrokolloide sind, vereinfacht gesagt, Kolloide, also sehr fein in Wasser verteilte Tröpfchen (Eiweiß, Zucker oder Fett), die im Wasser Gel bilden. Dies - der vorstehende Satz, nicht das Gel - ist übrigens das Substrat einer einstündigen fachchinesischen Erklärung, die mir Mitesserin auf meine Frage nach einer einfachen griffigen Definition lieferte. Ein typisches Beispiel aus der Molekularküche für die aus Hydrokolloiden entstandenen Gele sind bunte Siruptropfen wie auf dem obigen Bild, die von der Textur her an Kaviarperlen erinnern. Ein schönes Beispiel findet man auch auf Lerschs Website, nämlich hier.

Das sehr informativ gehaltene und gut verständliche eBook, in das Martin Lersch sicherlich viel Arbeit gesteckt hat, dem aber meiner Meinung nach ein paar Bilder gut getan hätten, kann kostenlos als Web- oder (höher auflösende) Druckversion heruntergeladen werden.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Jamie Oliver Magazin online

Die erste Ausgabe des gerade erschienenen Jamie Oliver-Fanzines kann (auszugsweise, dafür kostenlos) online durchgeblättert werden, und zwar hier. Nett und hochwertig aufgemacht, inhaltlich allerdings etwas nichtssagend. Wirkt irgendwie wie die Zweit- oder Drittverwertung von Jamie Oliver-Bildmaterial. Was auch erklären würde, warum das Heft mitten im Winter so sommerlich wirkt.

Montag, 15. Dezember 2008

Weihnachtsbaum-Sülze


Weihnachtsbaum-Sülze!
Warum die so heißt, sieht man auf dem letzten Bild unten. Leider konnten wir die von Mitesserin in einem Aufräumwahn versteckten Pastetenformen nicht finden und mussten mit einer großen Kastenform improvisieren, die nicht ganz voll wurde.

Wir hatten einen linken Vorderfuß vom Schwein mit ziemlich viel Bein dran, deshalb haben wir es dextermäßig mit dem Fiskars Minibeil, das wir noch nie Outdoor, sondern immer nur Indoor, nämlich in der Küche, benutzen haben, in drei Stücke zerlegt. Die Schweinehaxe haben wir der Länge nach halbiert, das kleine Stück Schulter haben wir gelassen, wie es war.


Die Zehnägel haben wir nicht lackiert, auch wenn es so aussieht. Dafür haben wir, nachdem wir das Fußfoto gemacht haben, zwischen den Schweinezehen mit einem Messer den Dreck entfernt und den Fuß gewaschen.

Lorbeer, Kardamom, Nelken, Wacholderbeeren, Pfefferkörner, Koriandersamen, Senfsamen in etwas Öl erhitzen, bis die Senfsamen aufpoppen.

Das kleingeschnittene Gemüse dazugeben und sautieren.

Dann das Fleisch dazugeben und heißes Wasser angießen. Solange auf mittlerer Temperatur köcheln, bis das Fleisch gar ist. Bei unterschiedlichen Schweinekörperteilen zwischendurch prüfen, ob ein Fleischstück schon vor den anderen raus kann. Mit einer Stunde Kochzeit kann man ungefähr rechnen.

Wir haben, um den Namen Weihnachtsbaum-Sülze zu rechtfertigen, mit Gürkchen und eingelegten Perlzwiebeln zwischenzeitlich etwas Tannenbaumähnliches ausgelegt.

Anschließend haben wir das zerkleinerte Fleisch dazugegeben und weitere Perlzwiebeln und Gürkchen als dekorative Elemente in der gedachten Mitte der Sülze ausgelegt.


Die Brühe hatten wir vorher durch ein Sieb passiert, ungefähr einen Liter in einen anderen Topf umgefüllt, mit Salz, Zucker und Apfelessig abgeschmeckt und den Rest eingefroren. Da Gelantine etwas vom Geschmack nimmt, kann ruhig kräftig gewürzt werden. In der Brühe haben wir 10g Blattgelantine aufgelöst. Die Brühe darf nicht kochen, sonst zieht die Gelantine nicht mehr richtig an. Wer auf Schweinefüße oder -ohren verzichtet, die beide ebenfalls Gelantinelieferanten sind, muss mehr Blatt- oder Pulvergelantine nehmen (ca. 20g Gelantine : 1 L Brühe). Anschließend haben wir die noch heiße Brühe vorsichtig in die Kastenform gegossen.



Die abgekühlte und abgedeckte Sülze haben wir über Nacht in den Kühlschrank gestellt.

Und so sieht sie dann von oben aus, die Weihnachtsbaum-Sülze:


Als Begleitung geht nichts über Bratkartoffeln, Remoulade und Pils.

Wir hatten noch Freunde da, das war praktisch, denn zum einen haben die noch Bier mitgebracht, zum anderen ging die Sülze so im Nu weg.

Man sollte übrigens gar nicht erst versuchen, Sülze einzufrieren. Wir haben es früher mehrmals versucht (schockgefrostet, langsam eingefroren, langsam aufgetaut, hinterher nochmal gekocht), allerdings ist das Ergebnis jedesmal im Müll gelandet.

Samstag, 13. Dezember 2008

Osso Buco mit Pinienkern-Gremolata & Mousse au Chocolat Amer

Der Lieblingsmetzger von Mitesserin und mir hat uns mit Kalbshaxenscheiben - 1,7 kg vom oberen fleischigen Teil der Haxe - und Markknochen - "Bitte nehmen Sie noch Markknochen mit ..." - ausgestattet.


Zeit für mein Lieblingsgericht, Osso Buco. Ich habe diesmal ein Fremdrezept auspobiert, das sich Osso Buco with Toasted Pine Nut Gremolata nennt. Es ist von Chef Mario Batali, hier in Deutschland wohl am ehesten bekannt durch Heat von Bill Buford. Sein Rezept unterscheidet sich nicht sehr von meinem Leib-und-Magen-Osso Buco-Rezept, das über locker 15 Jahre immer wieder optimiert wurde. Es ist auch das Lieblingsessen von Mitesserin. Die Gremolata ist bei Herrn Batali allerdings wesentlich anders und, nach Mitesserins Meinung, ziemlich verzichtbar. Meine geht mehr in Richtung Pesto und passt eigentlich viel besser, Spaghettitradition hin oder her. Dazu gab es frischgebackenes Weißbrot und Wein. Viel Wein.

Kalbshaxenscheiben, frisch gebacken, warten auf ihre beiden Kameraden.

2,5 Stunden später.

2,6 Stunden später.

Als Vorspeise gab es Ziegenkäse mit Thymian, Rosmarin und Akazienhonig, der kurz das Osso Buco im Backofen besuchen durfte. Auch mit viel Wein.

Ab in den Ofen, los, los!

Als Nachspeise gab es Mousse au Chocolat Amer nach einem Rezept von Chef Roger Vergé, Les Moulin de Mougins:


- 65 g Bitterkouvertüre, zerbröckelt
- 8 g ungesüßter Kakao
- 1 großer Espresso

im Wasserbad schmelzen lassen und verrühren.

- 4 Eiweiß, halbsteif geschlagen
- 30 g Zucker

zu Eischnee schlagen. Den Eischnee zu 1/3 mit Schneebesen unter die Schokolade schlagen, den Rest mit Holzspatel unterarbeiten. Portionieren (ergibt 6 kleine Portionen) mindestens für eine Stunde in den Kühlschrank stellen und eiskalt servieren.

Montag, 8. Dezember 2008

Schweinisch



Innereienspezialist Chef Chris Cosentino vom Incanto in San Francisco zerlegt hier für die Videosektion des Gourmet-Magazins einen Schweinskopf. Der bekannte Journalist und Kochbuchautor Michael Ruhlman rief den Pig Day aus und verwurstete kürzlich ein ganzes Schwein, Chef Ryan Farr vom Bay Area Caterer Ivy Elegance zeigt in seinem Blog hier und hier ebenfalls, wie er Schweine in Wurst verwandelt. Und der Chicagoer Videopodcaster Michael Gebert zeigt hier ausführlichst und "from the very beginning", wie man Schweinskopfsülze herstellt. Toll! Wenn Mitesserin das nächste Mal ihre Familie besucht und ich ein paar Tage alleine bin, besorge ich mir auch einen Schweinskopf. Wäre auch ein toller Spaß für unseren Hausmeister, den alten Mülltütenschnüffler.

Freitag, 5. Dezember 2008

Channa Masala Garbanzo im Punjabi-Style

Garam Masala, weitestgehend im Ganzen. Von der Muskatnuß raspeln wir natürlich nur ein bißchen ab, die Zimtstange brechen wir durch und die Koriandersamen zerstoßen wir.

Das Garam Masala in Sojaöl, mit Kümmelsamen.

Gedünstet mit zwei großen gehackten Zwiebeln, 1 TL Salz, etwas schwarzem Pfeffer.

1 TL Tamarindenchutney, 3 TL Ingwer-Knoblauch-Paste, viel geschälte und gehackte Tomaten (bei Dosentomaten Flüssigkeit vorher abgießen), 3 gehackte Thai-Chilis, 5 gehäufte TL Garam Masala-Pulver, alles stark einreduziert.

Mit dem Kochwasser der Kichererbsen (die vorher über Nacht im späteren Kochwasser quellen durften) wird das Einreduzierte wieder verdünnt. Wenn das Ganze köchelt, kommen die Kichererbsen dazu, alles darf leicht weiterköcheln, bis es durch die Erbsenstärke wieder andickt. Abgeschmeckt wird das Ganze zum Schluss mit etwas Salz, etwas rotem Chilipulver, dem Saft einer Limette (oder 1/2 Zitrone) und frischem Koriander.

Als Beilage würde supergut Pani Poori passen. Geht aber auch so.

Das Ursprungsrezept gibt es zum Mitkochen beim Vahchef (der Mitesserin irgendwie an Peter Sellers in The Party erinnerte), und zwar hier.