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24.05.2009

Sodabrot mit Rosinen



Kürzlich las ich Avanti Popoloch von Eva Kurowski. Das hat nichts mit seltsamen Sexpraktiken zu tun und aus der analen Phase ist sie auch schon lange raus, die Eva, sie erzählt vielmehr davon, wie es ist, wenn man mitten im Ruhrgebiet als Tochter eines Achtundsechzigers aufwächst, der Jazzmusiker und Karikaturist ist und die sozialistische Fahne hochhält, auch wenn die linken Ausbeutersozialisten ihn nicht ordentlich für seine Arbeiten bezahlen und die Arbeiter selbst keine Jazzmusik hören und sozialistische Karrikaturen für intellektuelle Scheiße halten.
Eva lebt jetzt vom Singen, was schön ist, sie kann es ja auch, und sie ißt bestimmt immer noch gerne Leberwurstbrot, was sie mit vielen anderen Ruhrgebietsbewohnern gemeinsam hat. Leberwurstdubbel sagt man hier dazu. Das sind zwei Scheiben Brot mit viel Leberwurst dazwischen. Leberwurst esse ich auch sehr gerne. Und hier bekomme ich jetzt endlich die Kurve zum eigentlichen Thema. Vorzugsweise nämlich mit einer Essiggurke oben drauf und einer Scheibe Rosinenstuten unten drunter und darüber. Das mögen aber wohl nicht viele.

Was allerdings fast jedem schmecken wird und was garantiert jeder backen kann, ist dieses einfache Rosinenbrot. Im Grunde ein typisch irisches Sodabrot - ich kenne kein anderes Brotrezept, das einfacher ist, selbst dies hier ist aufwendiger - mit Rosinen. Ob die Iren auf ihr Sodabrot gerne Leberwurst schmieren, weiß ich nicht. Könnte aber sein.



Viele Zutaten braucht man, wie man sieht, nicht.


Zubereitung:

Mehl sieben und mit Salz, Zucker und Natron (Soda) vermischen. Mit dem Rührgerät (Knethaken) die Buttermilch einarbeiten, bis ein klebriger Teig entsteht. Die Rosinen unterheben.



Den Teig in eine Kastenform (1,5 bis 2 Liter) füllen und für 30 Minuten bei 180°C (Umluft) im Ofen backen. Die Temperatur auf 150°C herunterstellen und für weitere 15 Minuten backen. Vor dem Anschneiden auf einem Gitterrost für mindestens 1 Stunde auskühlen lassen.


Zutaten:

550 g Weizenmehl 405
500 ml Buttermilch
50 g Rosinen
2 TL Zucker
1 TL Natron (Natrium-Hydrogenkarbonat/bicarbonate of soda)
1 TL Salz

16.03.2009

Yeastgusting



Wir haben unsere Küche renoviert, deshalb gab es jetzt eine Zeit lang nur Butterbrote, keinen richtigen Platz zum Fotografieren und wenig Erzählenswertes. Bis auf eines. Wir probierten Marmite aus, einen in Großbritannien beliebten Brotaufstrich aus Hefeextrakt. Beim Ausräumen der Kammer entdeckte Mitesserin ein Glas davon, das wir Ende letzten Jahres nach dem ersten Öffnen unprobiert wieder zugeschraubt und erst einmal in den hintersten Winkel des Regals verbannt hatten, wo es dann in Vergessenheit geriet.

Am Sonntagmorgen hatte ich Marmite auf Toast getestet und bin mir noch immer nicht sicher, ob es wirklich ein Lebensmittel ist. Marmite schmeckt, als hätte man Hefe mit einer Familienpackung Brühwürfel, der abgeschabten schwarzen Schicht von verbranntem Brot und einer Tasse Salz verknetet und mit Hilfe eines beliebigen Lösungsmittels in eine pastöse Form gebracht. Hilfe! Muß man Brite sein, um das Zeug zu mögen?

Laut Wiki wird Marmite in Großbritannien nicht nur als Brotaufstrich, sondern häufig auch mit heißem Wasser aufgegossen als Bouillonersatz verzehrt. Auch soll der Dauergenuß von Marmite vor Stechmücken schützen, was wissenschaftlich sicherlich nicht erwiesen, aber geschmacklich aus Stechmückensicht durchaus nachvollziehbar ist. Vielleicht muss man am Vorabend soviel trinken wie ein britischer Prinz, um Marmite lecker zu finden. Ich bekomme es jedenfalls nicht runter.
Zum Glück ist die Küche jetzt fertig und die Butterbrotzeit vorüber, auch wenn das gemeine Schnittchen sicherlich kulinarisch unterschätzt ist. Ab heute Abend wird wieder richtig gekocht.

19.12.2008

Simples Weißbrot!






Ich liebe knuspriges Weißbrot und es würde mir bei vielen einfachen Gerichten, in denen ein Sugo die Hauptrolle spielt, vollkommen als Beilage reichen. Leider meinen viele, Brotbacken sei, wenn man nicht auf eine Brotbackmaschine und eine Fertigmischung zurückgreifen kann, grundsätzlich schwierig. Ist es aber nicht. Dies hier ist ein wirklich einfaches Weißbrotrezept, das kaum Arbeit macht und absolut jeder nachbacken kann. Die Zubereitung des Teiges sollte alles in allem nicht länger als fünf Minuten dauern und das Brot, dass man dann erhält, reicht bei einem Zweipersonenhaushalt locker zwei Tage. Und der Teig lässt sich endlos variieren. Überzeugt?

Basisrezept:
- 500 g Weizenmehl 405 (All Purpose)
- 300 g Joghurt natur (2 Becher)
- 40 g Frische Backhefe (1 Würfel)
- 60 ml handwarme Milch (1/2 Tasse)
- 1 gestr. TL Salz
- 1 gestr. TL Zucker
Hefe zusammen mit dem Zucker zerbröckeln, zur Seite stellen und warten, bis sie flüssig wird; dann noch einmal kurz durchrühren.

Mehl sieben, mit Salz verrühren, dann mit Joghurt verrühren.

Hefe und Milch zum Teig geben, verkneten/verrühren.

Teig mit Geschirrtuch zudecken und an warmen Ort - z.B. Fensterbank, wenn die Heizung darunter an ist, Herdnähe, Ofen bei 50°C - so lange gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat (ca. 1 Stunde).

Teig auf Arbeitsfläche mit etwas Mehl noch einmal durchkneten. Dabei können (siehe Variationen) Kräuter, Oliven usw. eingearbeitet werden. Wenn das Weißbrot süß werden soll, kann z.B. noch etwas Zucker oder Honig hinzugefügt werden.

Einen oder zwei Laib(e) formen, mit etwas Mehl bestreuen und in den auf 180°C vorgeheizten (bei Umluft entfällt das Vorheizen) Backofen geben. Backzeit ca. 30 Minuten.



In den Brotteig lässt sich eigentlich alles einarbeiten. Kräuter, Oliven, getrocknete Tomaten, die z.B. vorher in etwas Wasser und Balsamicoessig gekocht wurden, verschiedene Kräuter, Nüsse oder Speck.